Dies ist der Cache von Google von http://www.bayreuthersonntag.de/cms/index.php?page=docs/Seite126-4063.htm. Es handelt sich dabei um ein Abbild der Seite, wie diese am 24. Dez. 2008 23:30:17 GMT angezeigt wurde. Die aktuelle Seite sieht mittlerweile eventuell anders aus. Weitere Informationen

Nur-Text-Version
Diese Suchbegriffe sind markiert: bilgeri schloss fantaisie  
Telefon 0921/50704397  |  Fax 0921/761328  |  info@bayreuthersonntag.de
  Donnerstag, 25.12.2008 | 00:30 Uhr
Home  |  Kleinanzeigen  |  Kontakt  |  Impressum
     
  Lokales  
  Landkreis  
  Kultur  
  Boulevard  
  Sport  
  Leserreisen  
  Verlagsinformationen  
  Aktuelle Ausgabe [PDF]  
 



 
  zurück zur Übersicht  
Das Sonntagsfrühstück 21. Dezember 2008   
...diesmal mit Dorothea Bilgeri  
 
 
Seit 21 Jahren ist Dorothea Bilgeri einer der tragenden Pfeiler des Fördervereins Schloss Fantaisie. Auch sonst hat die Grundschullehrerin viele kulturelle Interessen und Hobbies.  

Dorothea Bilgeri ist als Vorsitzende des Fördervereins Schloss Fantaisie Donndorf und Vorstandsmitglied beim Fränkischen Theatersommer vielseitig im kulturellen Bereich engagiert. Außerdem ist die gebürtige Allgäuerin seit 1990 Gemeinderätin und war von 1996 bis 2008 dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Eckersdorf.

Bayreuther SONNTAG:
Macht der Lehrerberuf auch nach über 30 Berufsjahren noch Spaß?                       
Dorothea Bilgeri: Auf jeden Fall, ich habe als Grundschullehrerin meinen Traumberuf gefunden. Nach dem Studium in München arbeite ich jetzt seit über drei Jahrzehnten als Lehrerin, zuletzt in den vergangenen 20 Jahren an der Schule in Mistelgau. Neben dem Unterricht in der dritten und vierten Klasse unterrichte ich derzeit an einem Tag in der Woche im Rahmen eines Modellprojektes des Kultusministeriums als Grundschullehrerin in der fünften Klasse der Johannes-Kepler-Realschule. Dies fällt mir aber nicht schwer, schließlich habe ich noch das alte Volksschullehrerstudium absolviert und habe auch schon in der Hauptschule unterrichtet. Wenn es die Gesundheit erlaubt, will ich in jedem Fall noch sechs Jahre bis zu meinem 65. Geburtstag als Lehrerin weiterarbeiten.

Bayreuther SONNTAG: Seit über 30 Jahren wohnen Sie in Eckersdorf, woher nehmen Sie die Motivation, sich in der Gemeindepolitik für ihre Mitbürger zu engagieren?
Dorothea Bilgeri: Ich sehe mein Engagement im Gemeinderat neben dem Einsatz für die Mitbürger auch als gewisses Gegengewicht zu meiner beruflichen Tätigkeit mit den Kindern in der Schule.  Es ist eine Herausforderung, zusammen mit den Gemeinderatskollegen etwas zu erarbeiten.

Bayreuther SONNTAG: Wie kamen Sie zu ihrem Engagement im Förderverein Schloss Fantaisie?
Dorothea Bilgeri: Ich bis seit fast 21 Jahren beim Förderverein dabei und damit eines von sieben Gründungsmitgliedern. Der Verein bedeutete die Umsetzung eines Wahlversprechens von Bürgermeister Klaus Hümmer aus dem Jahr 1986. Kernziel war es zunächst, dass das Schloss Fantaisie, das sich damals in einem sehr maroden Zustand befand, eine sinnvolle neue Nutzung bekommt. Im Gespräch waren damals etwa ein Gästehaus für die Universität. Wir wollten eine Nutzung, die nicht allzu sehr ins private geht, so sollte die Öffentlichkeit auf jeden Fall noch Zugang zum Weißen Saal, dem Prunkraum des Schlosses, sowie zum Schlosspark haben.  Letztlich ergab sich dann die hervorragende Lösung mit dem Gartengeschichtlichen Museum, das im Jahr 2000 eröffnet wurde. Ich war im Förderverein von Anfang an im Vorstand dabei und wurde nach dem tödlichen Unfall des Gründungsvorsitzenden Alfred Töpper, Mitte der 90er Jahre, eine der beiden Vereinsvorsitzenden, zunächst zusammen mit Ulrich Großmann und dann zusammen mit Sybille Raps. Besonders freute mich, als ich 2007 als Anerkennung für mein ehrenamtliches Engagement die König Ludwig I.-
Medaille der Schlösserverwaltung erhielt.

Bayreuther SONNTAG: Nach über 20 Jahren: Wie zufrieden sind Sie mit dem vom Förderverein Erreichten?
Dorothea Bilgeri: Ich bin mehr als zufrieden. Als wir mit der Vereinsarbeit begonnen haben, hätte sich niemand träumen lassen, was mittlerweile verwirklicht wurde. Nicht nur das Schloss hat mit dem in Süddeutschland einmaligen Gartenkunstmuseum eine attraktive und dauerhafte Nutzung, auch der Schlosspark wurde sukzessive hergerichtet und einige kulturhistorische Denkmäler wurden restauriert. Ein wichtiger Höhepunkt war hier sicherlich die Revitalisierung der Wasserkaskade. Als Förderverein haben wir immer sehr gut mit den Verantwortlichen der Schlösserverwaltung zusammengearbeitet. Auch aus der eigenen Kasse haben wir zu  Anschaffungen beigetragen, etwa bei der Bestuhlung des Weißen Saales, bei den Delfinfiguren an der Kaskade oder am Schwanenbrunnen. Für die Zukunft planen wir, das Schloss und den Park in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen, die Besucherzahlen im Gartenkunstmuseum könnten nämlich durchaus höher sein. Auch bei der im kommenden Jahr erstmals geplanten „Nacht der Fantaisie“ wollen wir neue Besucher ansprechen.

Bayreuther SONNTAG: Über den Förderverein Schloss Fantaisie kamen Sie auch zum Fränkischen Theatersommer?
Dorothea Bilgeri: Der damalige Vorsitzende Alfred Töpper hatte vor seinem Unfalltod einen erstmaligen Auftritt des Theatersommers im Schlosspark ausgemacht. Nach seinem Tod war ich dann plötzlich mit der Vorbereitung der Veranstaltung betraut und kam dabei auch erstmals mit Jan Burdinski in Kontakt, dessen schauspielerische Leis-
tungen ich sehr bewundere. Seitdem haben wir jedes Jahr im Sommer eine kulturell hochwertige Aufführung des Theatersommers in der prächtigen Kulisse des Schlossparkes. Mittlerweile gehöre ich als Beisitzerin auch dem Vorstand des Theatersommers an. Diese Wanderbühne ist eine kulturell herausragende Einrichtung für Oberfranken.

Bayreuther SONNTAG: Sie haben auch etliche Kontakte zu ukrainischen Künstlern?
Dorothea Bilgeri: Über das Festival Junger Künstler  fanden in den vergangenen Jahren immer wieder kleinere Konzerte von ukrainischen Künstlern im Schloss und im Schlosspark statt. Daraus entwickelten sich vielfältige Freundschaften. Ich war mittlerweile schon öfters in der Ukraine und möchte auch in Zukunft noch mehr nach Osteuropa reisen. Deshalb habe ich vergangenes Jahr sogar angefangen, Russisch zu lernen. Die Kultur steht im Mittelpunkt meiner Interessen, die Aquarellmalerei, eines meiner Hobbies, kommt durch die anderen Aktivitäten leider etwas zu kurz. rs