Schloss Fantaisie bei Bayreuth


Die Besucherzahlen in den staatlichen Schlössern und Burgen Oberfrankens boomen.

5,2 Prozent mehr Gäste kamen 2011 im Vergleich zu 2010.

Leider nicht im Trend: Schloss Fantaisie mit seinem großen Park und dem Gartenkunstmuseum.

 

Nachdem das Gartenkunstmuseum Donndorf-Eckersdorf schon 2010 ein Minus von 900 ausgewiesen hatte, sank die Besucherzahl 2011 noch einmal um 592 auf 6062. Eine Entwicklung, für die Christine Maget, Leiterin der Schloss- und Gartenverwaltung in Bayreuth, keine Erklärung hat. Auffällig sind für Maget jedoch zwei Dinge. Erstens: Langfristig betrachtet gab es schon immer deutliche Schwankungen. Wurden 2002 beispielsweise etwa 8000 Gäste gezählt, so waren in den beiden Folgejahren nur noch 6200 beziehungsweise 5000. Und zweitens: Den letzten Ausreißer nach oben gab es mit 7500 Museumsbesuchern im massiv beworbenen Jubiläumsjahr 2009, anlässlich des 300. Geburtstages von Markgräfin Wilhelmine. Die Besucherzahlen des Schlossparks selber werden übrigens nicht erfasst, da hier auch kein Eintritt erhoben wird.

Zwei Hauptprobleme sieht Christine Maget bei der Vermarktung des Gartenkunstmuseums. So würden viele Gäste mit dem Namen falsche Erwartungen assoziieren. Nach ihren Erfahrungen, so Maget, vermuten viele Gäste hinter den dicken Schlossmauern eine total trockene Materie. Umso überraschter seien die Gäste dann von der Vielfältigkeit und Farbigkeit der Ausstellung. ein weiters Manko ist für Maget das Fehlen eines Raumes für Wechselausstellungen. Denn: Mit wechselnden Attraktionen falle es leichter, Besucher immer wieder neu anzusprechen.

Um diese Mankos auszugleichen, sollen um das Museum herum gezielt neue Attraktionen angeboten werden. so sind seit 2011 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Eckersdorf romantische Trauungen im Komödienhaus möglich. Darüber hinaus gibt es an jedem dritten Sonntag im Monat Parkführungen. Ein Spezialprogramm inklusive besonderer Führungen durch das Schloss und den Park wird für die Residenztage 2012 zusammengestellt. Weitere Termine sind am 6. Mai eine Veranstaltung im Zuge der Musica Bayreuth sowie am 14. Juli eine Aufführung des Fränkischen Theatersommers.

Zwar genehmigt, aber noch nicht aufgestellt sind laut Christine Maget die Hinweisschilder auf Schloss Fantaisie entlang der A 70. Was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass die vorgeschriebene Folgebeschilderung ab der Autobahnausfahrt noch gewährleistet werden muss. Erste Gespräche zwischen Gemeinde und Förderverein Schloss Fantaisie sowie der Stadt Bayreuth gab es auch bezüglich der möglichen Einbindung von Donndorf in die Landesgartenschau 2016. Konkrete Ergebnisse sind allerdings noch nicht zu vermelden.

Die Kommune Eckersdorf versucht immer wieder, den Gästen der Gemeinde Schloss und Park nahezubringen. So wird beispielsweise das Foyer für offizielle Empfänge genutzt. Außerdem bringt man sich als neue Attraktion massiv in den Jean-Paul-Weg ein, der auch durch den Park führt und  - so die Hoffnung von Bürgermeisterin Pichl - wieder eine andere Klientel anspricht. Denn das Gartenkunstmuseum stelle seine Thematik auch für den Laien in sehr interessanter Weise dar. "Schloss Fantaisie ist unbedingt im Zusammenhang mit Bayreuth zu sehen", so das Fazit von Sybille Pichl. War es doch Markgräfin Wilhelmine zusammen mit ihrem Mann Markgraf Friedrich und vor allem ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie, denen das Schloss zu verdanken sei.

 


 

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