Friederikes tragisches Ende

Teil 3


 

Die Kapelle im Holze als Ruine (J.C.E. v. Reiche 1795)

Kurz nach ihrem Geburtstag 1779 erkrankte Friederike. Am 15. September wurde ein gewisser Dr. Daly als neuer Leibarzt bestellt. Seinen Aufzeichnungen ist leider keine genaue Diagnose zu entnehmen. Aber wir können aus seinen Tagebucheinträgen erkennen, daß sich ihr Befinden noch durch ein äußeres Ereignis verschlechterte. Dr. Daly notierte, daß in den frühen Morgenstunden des 20. November, als sich Friederike in Fantaisie aufhielt, aus ungeklärten Ursachen im Schlafzimmer der Herzogin ein Brand ausbrach, der sie im Schlaf überraschte. Als sie das Feuer bemerkte, floh sie fast unbekleidet ins Freie und blieb eine Zeitlang bitterer Kälte ausgesetzt, bis erste Hilfe eintraf. Die Folgen waren katastrophal. Der Leibarzt notierte Herzkrämpfe, Unterleibsschmerzen, unregelmäßigen Puls, Schwächeanfälle. Auch nach ihrem Umzug in Alte Schloß in Bayreuth wurde sie nicht mehr ganz gesund. Im Januar und Februar 1780 war sie meist bettlägerig. Nach kurzer Besserung erlitt sie dann im März einen Rückschlag, von dem sie sich nicht mehr erholte. sie starb am 6. April 1780 im Alter von 47 Jahren. In der Bayreuther Schloßkirche fand sie zwischen den Sarkophagen ihrer Eltern die letzte Ruhestätte.

Ihr Hofstaat wurde sofort aufgelöst, das Personal entlassen. Im Schloß Fantaisie gingen für lange Zeit die Lichter aus. 1791 erwarb ein Herr von Obernitz Friederikes Besitz, hätte diesen aber nicht auf Dauer instandhalten können. So wären Schloß Fantaisie und sein Park schon damals gänzlich verkommen, wenn sie nicht 1793 Herzogin Friederike Dorothea Sophie, die Schwägerin der letzten Bayreuther Prinzessin, erworben hätte. Dies war die Gemahlin des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg und zugleich eine Nichte der Markgräfin Wilhelmine. Unter ihrer Obhut zog neues Leben in Fantaisie ein.

Ausgewählte Literatur:

Karl Müssel, Hofleben, Feste und Gäste der Herzogin Elisabeth Friederike Sophie auf Schloß Fantaisie und in Bayreuth (1763-1780). In: Archiv für Geschichte von Oberfranken, Bd. 79 (1999), S. 225 - 324.

Sylvia Habermann, Bayreuther Gartenkunst, Worms 1982.

Beide Arbeiten enthalten weiterführende Quellen- und Literaturhinweise.


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