Personen aus der Glanzzeit der Fantaisie

 


 

1) Jean Paul, Friedrich Richter (1763 - 1825)

Auf einer Gedenktafel im Park Fantaisie lesen wir:

 

Jean Paul, dem sinnigen und erhabenen Dichter,

Deutschlands vorzüglichstem Musensohne,

dem Freunde der Natur und Kunst,

Deutschlands Zierde, Deutschlands Stolz.

 

Jean Paul, einstmals vielgelesener Dichter und Schriftsteller, der Bayreuth neben Richard Wagner berühmt machte, war Bayreuther Bürger. Sein Wohnhaus war in der Friedrichsstraße, sein Grab ist auf dem Stadtfriedhof in der Nähe des Mausoleums Alexanders von Württemberg. Für die Fantaisie war er der wahre Hauspoet. Er gehörte nicht mehr der adeligen Gesellschaftsklasse an und wurde vom heraufkommenden Bürgertum verehrt. Auf der Weinbergs-Terrasse läßt er "Leibgeber" zu "Siebenkäs" sprechen:

 

Heb alles auf,

bis wir im warmen Schoß Abrahams sitzen,

in der EREMITAGE,

welche nach der Fantaisie der ZWEITE Himmel um Bayreuth,

denn die Fantaisie ist DER ERSTE und die ganze Gegend der DRITTE

 

 

2) König Ludwig II. von Bayern (+ 1886)

Auf seiner "Frankenreise" besuchte König Ludwig II. die Stadt Bayreuth. Am 11. November 1866 versäumte der sonst sehr menschenscheue König nicht, auch nach der "Fantaisie" zu reisen. König Ludwig II. war von der Fantaisie begeistert.

 

 

3) Schriftsteller und Dichter H. Zschokke

Der Dichter Zschokke besuchte im Jahre 1796 auf einer Reise von Berlin nach Rom Bayreuth und die Fantaisie. Er beschrieb den Schloßpark in der "Daniden-Sage", einem Teil seines Werkes "Arkadien oder Gemälde nach der Natur" (in: Heimatlicher Lesebogen).

 

 

4) Martin de Couvry (1898 - 1908)

Mecklenburgischer Offizier, verliebte sich in die Fantaisie und pflegte sie.

 

"Fürstlicher Glanz war erloschen

da hab ich dich in einem Jahrzehnt wieder zum Leben erweckt

- "reizende Fantaisie" -

Blühend verlaß ich dich jetzt -

und es sagt mir mein Herz,

daß ich stets glücklich hier war.

 

 

5) Graf von Wargemont (20. Sept. 1796)

Hofkavalier Ihrer Königlichen Hoheit der durchlauchtigsten Fürstin Dorothea Friederike Sophie von Württemberg, ließ eine, heute nicht mehr vorhandene, Dankpyramide im Schloßpark errichten:

 

Dem Andenken an die Herzogin von Württemberg,

geborene Prinzessin von Preußen,

von Graf und Gräfin von Wargemont.

Den Tugenden der Güte, der Wohltätigkeit.

 

Wohl war es jenem "französischen Auswanderer", dem Grafen von Wargemont, welcher viel im Schloß der Fantaisie verkehrte, zu verdanken, daß sich so viele Gedenkinschriften auf eindrucksvollen Felsbrocken im Park der Fantaisie befinden. Er gehörte zu jenen Emigranten, die nach der französischen Revolution 1789 ihr Vaterland verlassen mußten und bei der Herzogin Sophia Dorothea und in ihrem Besitztum Bayreuth - Fantaisie eine freundliche Aufnahme fanden. Er hatte die Fürstin in der Parkanlage beraten: "Noch pflegte man damals im Hofgarten zu Bayreuth und auf der Eremitage die geradlinigen, meist mit Steinplatten belegten Wege, hütete ängstlich die längst morschen Gitter und anderen überflüssigen Zierrat, ließ Baum- und Heckenschere sinnlos wüten, um jene naturwidrigen Baum- und Buschformen zu erzielen, die dem französischen Garten zu eigen sind. Wir aber wollten die Natur nicht fesseln, sondern sie frei entfalten lassen."

 

Seine Ratschläge befolgend, schuf Herzogin Dorothea diesen Mustergarten der Empfindlichkeit, der Empfindsamkeit, in dem auch die Zutaten aus Menschenhand, wie Tempel, Denkmäler, Altäre, Gräber, Ruinen, Hütten, Inschriften und Säulen nur jene Empfindungen noch tiefer erregen, die Natur dem unverdorbenen Gemüte schenkt.

 

6) Richard Wagner (1872)

Ihre erste Wohnung bezog die Familie Wagner am 1. Mai 1872 im Hotel Fantaisie am Eingang zu jenem Traumpark, in dem sich "Siebenkäs" und "Natalie" (Figuren nach Jean Paul) begegnen.

Cosima Wagners Bericht über den ersten Morgen lautet: "Richard steht früh auf, um gleich den Kindern den herrlichen Park zu zeigen: Pfauen erfüllen die Luft mit ihrem wilden Ruf, den wir so lieben, Richard sagt: "Es ist mir immer, als hörte ich sanskritische Worte." Wie weit und wie tief Wagners Beziehungen zu Herzog Alexander von Württemberg, dem Schloßbesitzer gingen, wissen wir nicht.

Richard Wagner gefiel es hier, als er, aus der Schweiz kommend, Bayreuther Land betrat. Hier wollte er wohnen; aber die Villa Wahnfried war erst im Bau. Hier wollte er auf dem Grünen Hügel sein großartiges Festspielhaus ausschließlich für seine Opern errichten. Während des halben Jahres im Hotel Fantaisie (April - August 1872) stellten sich zahlreiche Besucher ein: Architekten und Baumeister, Musiker und Schauspieler, Wagnerianer aller Klassen und Sorten. Hundert und mehr Equipagen verstopften manchmal die Straßen des Ortes Donndorfs.

Unermüdlich arbeitete hier Wagner am Schluß seines "Rings", an der "Götterdämmerung", die er wohl auf der Fantaisie vollendete. Phantasievolle Gemüter behaupten, daß Richard Wagner den Gesang des Waldvögeleins in dem Geäst des Schloßparks vernommen hatte, als er auf dem Balkon vor seinem Zimmer stand und in die Natur hinauslauschte.

 

 

7) Die Kultur-Sonntage auf Schloß Fantaisie

Von nachmittags drei Uhr bis gegen acht Uhr abends war "Cour", eine große erlesene Gesellschaft mit offiziellen Gästen. Am Sonntag, dem 21. August 1774, fanden sich folgende Herrschaften ein: Minister von Seckendorf mit Gemahlin, Minister von Schönfeld, Minister Röder und Sohn, General von Treskow und Tochter, Minister von Spiegel, Oberhofmeister von Künsperg mit Gemahlin, Herr von Kettenburg, Herr von Taussin, Frau von Holzwächter und Tochter, Herr von Bothmer, Graf von Brockdorf und Fräulein Schwester, Fräulein von Aufseß.

Die Herrschaften unterhielten sich, spielten und scherzten. Dazu wurde Tee gereicht. Bei schönem Wetter begab man sich ins Freie und spielte im Pavillon. Minister von Seckendorf und Herr von Plotho hatten große Fertigkeit im Violinspiel und stellten ihre Kunst gern in den Dienst der festlichen Zusammenkünfte. Zum Konzertieren zog man auch die Kammerviolinisten Sartorius und Richter bei.

 

8) Jobst Christoph Ernst von Reiche (1796)

Offizier in Königlich-Preußischen Diensten, wurde bekannt durch sein Buch "Die Fantaisie - ein Gemälde der Natur und der Tugend".

 

 

9) Freiherr Johann Sigmund Christoph Joachim Haller v. Hallerstein (1774)

weilte zusammen mit seinem Vater, dem herzoglich bayerischen Geheimrat Chr. J. Haller v. Hallerstein, vom 20. bis 29. August 1774 als Gast der Herzogin Friederike auf Schloß Fantaisie. Bekannt wurden besonders die Tagebuchaufzeichnung.

 

 

 

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